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ESG
Mar 4, 2026
5 min
LESEDAUER

CSRD im Mittelstand: Herausforderungen und Chancen

Zwei Nachhaltigkeitsmanager die eine Visite machen

Der EU Green Deal als Treiber der CSRD

Die Europäische Union strebt mit dem Green Deal an, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dieser ehrgeizige Plan zielt darauf ab, die europäische Wirtschaft nachhaltig zu transformieren und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die ökologische Transformation erfordert jedoch erhebliche Investitionen, wobei besonders private Finanzströme mobilisiert werden sollen.

Warum Investoren verlässliche Nachhaltigkeitsdaten fordern

Um die notwendigen Investitionen von Stakeholdern zu sichern, sind detaillierte Informationen über die Nachhaltigkeit von Unternehmen unverzichtbar. Die Nachfrage nach solchen Informationen steigt stetig, da Investoren und andere Stakeholder zunehmend Wert auf nachhaltiges Wirtschaften legen.

Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Die im Jahr 2022 eingeführte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stellt eine wesentliche Reform der Nachhaltigkeitsberichterstattung dar. Sie erweitert die Anzahl der berichtspflichtigen Unternehmen erheblich und standardisiert die Berichterstattung. Besonders mittelständische Unternehmen sind nun verpflichtet, umfangreiche Nachhaltigkeitsinformationen zu erheben und zu veröffentlichen.

Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Transparenz zu schaffen und die notwendige Basis für nachhaltige Investitionen zu legen. Mit der CSRD setzt die Europäische Union einen wichtigen Schritt hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft.

Anwendungsbereich

Mit der finalen Verabschiedung des Omnibus-I-Pakets durch den Rat der Europäischen Union am 24. Februar 2026 wurde der Anwendungsbereich der CSRD deutlich verkleinert. Die ursprünglich vorgesehene stufenweise Ausweitung auf mittelständische Unternehmen und kapitalmarktorientierte KMU entfällt damit weitgehend.

Betroffen sind:

  • Welle 1 (bereits berichtspflichtig): EU-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. € Umsatz.
  • Welle 2 (ab dem Geschäftsjahr 2027): Weitere EU-Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Mio. € Umsatz.
  • Nicht-EU-Unternehmen (ab dem Geschäftsjahr 2028): Berichtspflicht, wenn mehr als 450 Mio. € Umsatz in der EU erzielt werden und ein EU-Tochterunternehmen oder eine EU-Zweigniederlassung über 200 Mio. € Umsatz aufweist.
  • Freiwillige Berichterstattung für Unternehmen außerhalb des Anwendungsbereichs: Unternehmen, die unterhalb der neuen Schwellenwerte liegen, können künftig freiwillig nach dem VS(ME)-Standard berichten.
  • Ausnahmeoption für die Mitgliedstaaten: Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, Welle-1-Unternehmen unterhalb der neuen Schwellenwerte für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 von der Berichtspflicht auszunehmen. Der aktuelle CSRD-Gesetzesentwurf in Deutschland sieht eine entsprechende Regelung vor; aktuell gilt in Deutschland weiterhin die NFRD als Vorgängerregulierung.

Warum die CSRD auch nicht-berichtspflichtige Unternehmen betrifft

Auch wenn der Anwendungsbereich der CSRD nach Omnibus I deutlich reduziert wurde, bleiben mittelständische Unternehmen über zwei Wege betroffen: über die berichtspflichtigen Geschäftspartner in ihrer Wertschöpfungskette (mittelbare Betroffenheit) sowie über die wachsenden Erwartungen von Banken, Investoren und Ratings, die unabhängig von der gesetzlichen Pflicht nach belastbaren Nachhaltigkeitsdaten fragen.

Frühe Betroffenheit und steigender Informationsbedarf

Die Relevanz der CSRD für mittelständische Unternehmen zeigt sich insbesondere durch die Anforderungen ihrer Stakeholder. Zulieferer, Kunden und Finanzpartner können selbst unter die CSRD fallen und daher detaillierte Nachhaltigkeitsinformationen von ihren Geschäftspartnern entlang der Wertschöpfungskette einfordern. Für mittelständische Unternehmen steigt damit der Druck, frühzeitig belastbare Nachhaltigkeitsdaten zu erfassen und eine transparente Berichterstattung zu etablieren. So können sie die Anforderungen ihrer Stakeholder erfüllen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Herausforderungen

Komplexität der Nachhaltigkeitsberichterstattung

  • Erhebung einer Vielzahl an neuen Informationen: Unternehmen müssen eine umfassende Menge an Daten sammeln, die über ihre bisherigen Berichtspflichten hinausgehen
  • Notwendige Strukturen und Prozesse existieren intern noch nicht: Viele Unternehmen verfügen noch nicht über die notwendigen Strukturen, Erfahrungen und Routinen für eine effektive Nachhaltigkeitsberichterstattung
  • Hoher Aufwand und exzessive Kosten: Der damit verbundene bürokratische Aufwand kann erheblich sein und vielen Unternehmen fehlen hierfür die Ressourcen. Laut einer Studie des VDMA liegen die Bürokratiekosten bei 1 bis 3 Prozent vom Umsatz.

Informationsbedarfe von Geschäftspartnern

  • Berichtspflichtige Kunden, Zulieferer und Finanzpartner: Unternehmen sehen sich zunehmenden Anforderungen von Kunden, Zulieferern und Finanzpartnern gegenüber, die selbst berichtspflichtig sind und detaillierte Nachhaltigkeitsinformationen verlangen
  • Zunehmende mittelbare Betroffenheit: Auch mittelständische Unternehmen, die zunächst nicht direkt unter die Berichtspflicht fallen, sind durch die Informationsbedarfe ihrer Geschäftspartner betroffen

Wettbewerbsauswirkungen von zunehmender Transparenz

  • Verhandlungsmacht von Stakeholdern gegenüber ihren Zulieferern: Die gesteigerte Transparenz durch umfangreiche Berichterstattung erhöht die Verhandlungsmacht der Stakeholder gegenüber ihren Zulieferern, wenn diese nicht die notwendigen Informationen liefern können.
  • Komplexität der Nachhaltigkeitsberichterstattung: die von der EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group) veröffentlichte Liste beträgt alleine 1.178 Datenpunkte, die jedoch nicht nach den Themen der ESRS-Wesentlichkeitsanalyse gruppiert sind, weshalb eine zusätzliche Kategorisierung der Berichtsanforderungen erforderlich ist

Chancen

Eigene Nutzung der Informationen

  • Einsparpotenziale und Innovationen identifizieren: Durch die detaillierte Datenerhebung können Unternehmen Einsparpotenziale entdecken und innovative Lösungen entwickeln
  • ESG-Risiken intern identifizieren: Unternehmen können Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken frühzeitig erkennen und gezielt adressieren
  • Haftung vorbeugen: Eine umfassende Berichterstattung hilft, potenzielle Haftungsrisiken zu minimieren
  • Langfristige Weiterentwicklung des Geschäftsmodells: Nachhaltigkeitsberichte unterstützen die langfristige Anpassung und Weiterentwicklung des Geschäftsmodells hin zu mehr Nachhaltigkeit

Nutzen der Berichte als Kommunikationsinstrument

  • Nachhaltigkeitsberichte als strategisches Kommunikationsinstrument & Marketingtool nutzen: Berichte können gezielt als Mittel zur Kommunikation der Nachhaltigkeitsbemühungen genutzt werden, um das Unternehmensimage zu stärken
  • Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen: Durch die Transparenz in Nachhaltigkeitsfragen wird das Unternehmen für potenzielle Mitarbeitende attraktiver
  • Stärkere Bindung der Stakeholder: Transparente Berichterstattung fördert das Vertrauen sowie die Loyalität der Stakeholder und erfüllt ihr eigenes Bestreben nach einer nachhaltigkeitsbezogenen Berichterstattung.
  • Erlaubt Zugang zu Förderkrediten: Eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung kann den Zugang zu staatlichen Fördermitteln und Krediten erleichtern

Strukturierte Deckung der Informationsbedarfe verschiedener Stakeholder

  • Reduziert Informationsasymmetrie zwischen Käufern und Verkäufern: Berichte verringern die Informationslücken bezüglich der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells
  • Decken behördlicher Informationsbedarfe und Relevanz zum Bürokratieabbau: Nachhaltigkeitsberichte erfüllen behördliche Anforderungen und tragen zur Reduzierung des bürokratischen Aufwands bei

CSRD-Berichterstattung mit Tanso

Tanso unterstützt mittelständische Unternehmen, die Anforderungen der CSRD zu erfüllen und ihre Nachhaltigkeitsziele durch eine prüfungsgerechte und integrierte ESRS-Berichterstattung nach höchsten Standards zu erreichen. Mit unserem Schwerpunkt auf datenintensiven Kategorien, wie dem Corporate Carbon Footprint, ermöglicht Tanso nicht nur eine standardkonforme Berichterstattung, sondern auch eine aktive Steuerung und Optimierung der ESG-Performance.

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