Nachhaltigkeitsstrategie entwickeln: In 7 Schritten zur erfolgreichen Umsetzung

Anders als reine CSR-Maßnahmen fokussiert sich eine Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf Imagepflege, sondern auf messbare Ziele, klare Verantwortlichkeiten und kontinuierliche Verbesserung.
Sie schafft Transparenz, reduziert Risiken, verbessert Datenqualität und unterstützt Nachhaltigkeitsverantwortliche sowie das Management dabei, Entscheidungen fundiert zu treffen. Dieser Leitfaden zeigt in 7 Schritten, wie Unternehmen systematisch vorgehen können, von der Analyse über Zieldefinition bis zum Reporting und der Weiterentwicklung.
Warum braucht mein Unternehmen eine Nachhaltigkeitsstrategie?
- Steigende Erwartungen von Stakeholdern: Kunden, Investoren und Mitarbeitende erwarten nachvollziehbare CO₂-Daten, glaubwürdige Maßnahmen und transparente Fortschritte.
- Regulatorische Anforderungen (CSRD, EU-Taxonomie): Neue Pflichten wie CSRD und ESRS verlangen strukturierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und prüfungssichere Berichte. Ohne Strategie kaum effizient umsetzbar.
- Wirtschaftlicher Nutzen & Risikominimierung: Eine gute Strategie senkt Kosten (z. B. Energie, Materialien), stabilisiert Lieferketten und verbessert ESG-Ratings. Anhand von Tanso-Kunden wie Nexans oder Heroal lässt sich zudem zeigen, wie datenbasierte Nachhaltigkeitsarbeit die Effizienz deutlich erhöht.
Externe & interne Treiber für nachhaltige Strategien
Regulatorische Anforderungen (CSRD, ESRS, EU-Taxonomie)
CSRD und ESRS erhöhen die Anforderungen an Datenqualität, Governance und Reporting deutlich. Die EU-Taxonomie verlangt klare Kriterien für nachhaltige Aktivitäten. Ohne strukturierte Strategie sind diese Vorgaben kaum effizient erfüllbar.
Markt- und Investorenerwartungen (ESG-Ratings, Kundenanforderungen)
Kunden fordern belastbare CO₂-Daten, besonders in Industrien wie Automotive oder Maschinenbau. Investoren achten auf ESG-Ratings. Fehlende Transparenz führt schnell zu Wettbewerbsnachteilen.
Megatrends & Klimarisiken
Klimawandel, Ressourcenknappheit und Energiepreisvolatilität erhöhen Risiken in der Wertschöpfung. Gleichzeitig eröffnen Energieeffizienz und Dekarbonisierung Chancen für Kostenreduktion und Innovation.
In 7 Schritten zur erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie
Schritt 1: Analyse & Priorisierung
Inside-Out & Outside-In Perspektive
Unternehmen analysieren sowohl ihre Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft (Inside-Out) als auch externe Einflüsse wie Klimarisiken, Energiepreise oder Regulierung (Outside-In). Diese doppelte Wesentlichkeitsanalyse bildet die Grundlage für alle strategischen Entscheidungen.
Doppelte Wesentlichkeit verstehen
Die ESRS verlangen eine doppelte Wesentlichkeit:
- Impact Materiality: Welche Themen haben große Umwelt- und Sozialwirkung?
- Financial Materiality: Welche Themen beeinflussen das Geschäftsmodell, Kosten oder Risiken?
- Nur Themen, die in beiden Dimensionen relevant sind, werden strategisch priorisiert.
Stakeholder-Dialog & Risikoanalyse
Gespräche mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden und Investoren machen Erwartungen sichtbar. Eine ergänzende Risikoanalyse zeigt, welche Themen besonders dringlich sind, z.B. CO₂-intensive Materialien, Lieferkettenstabilität oder neue Reporting-Pflichten laut CSRD.
Schritt 2: Ziele & Handlungsfelder definieren
Nachhaltigkeitsvision & Leitbild
Eine wirksame Nachhaltigkeitsstrategie braucht ein klares Leitbild. Es beschreibt, welchen Beitrag das Unternehmen langfristig leisten will, z. B. Klimaneutralität, verantwortungsvolle Lieferketten oder ressourceneffiziente Produktion. Die Vision bietet Orientierung und schafft intern wie extern ein gemeinsames Verständnis.
Zielsetzungen: ökologisch, sozial, ökonomisch
Nach der Vision folgen konkrete Ziele. Sie sollten SMART formuliert werden und die drei Nachhaltigkeitsdimensionen abdecken:
- Ökologisch: CO₂-Reduktion, Energieeffizienz, Abfall- und Ressourcenmanagement
- Sozial: Sicherheit, Arbeitsbedingungen, Diversität
- Ökonomisch: Effizienzsteigerung, Innovationskraft, resiliente Lieferketten
- Solche Ziele sind essenziell, um CSRD- und ESRS-Anforderungen strukturiert zu erfüllen.
Auswahl relevanter Handlungsfelder
Handlungsfelder leiten sich direkt aus der Wesentlichkeitsanalyse ab. Typische Bereiche für Industrieunternehmen sind:
- Energie & Emissionen
- Materialien & Lieferkette
- Kreislaufwirtschaft
- Mitarbeitende & Governance
- Diese Felder bilden später die Grundlage für Maßnahmen, KPIs und Reporting.
Schritt 3: Kennzahlen & KPIs festlegen
SMARTe Ziele operationalisieren
Ziele sollten SMART formuliert sein: Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Beispiel: „Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 20 % bis 2027“ statt „Wir wollen Emissionen senken“. So wird aus strategischen Absichten ein steuerbarer Prozess.
Typische Kennzahlen für Industrieunternehmen sind:
- CO₂-Emissionen (Scope 1 - 3): zentrale Basiskennzahl jeder Strategie
- Energieverbrauch & Energieeffizienz: z. B. kWh pro Produktionseinheit
- Lieferkettentransparenz: Anteil der Lieferanten mit bereitgestellten CO₂-Daten oder PCFs
- Diese KPIs unterstützen sowohl interne Steuerung als auch externe Anforderungen, u. a. ESG-Ratings oder Kundenanfragen.
Schritt 4: Governance & Verantwortlichkeiten
Verankerung in der Organisation
Nachhaltigkeit muss als fester Bestandteil der Unternehmenssteuerung verankert sein, idealerweise direkt auf Management- oder C-Level-Ebene. So wird sichergestellt, dass Ziele priorisiert, Budgets bereitgestellt und Fortschritte regelmäßig überprüft werden.
Steuerungsgremien, Rollen, Ressourcen
Für die Umsetzung braucht es klar definierte Rollen:
- zentrale Funktion (z. B. Sustainability Manager)
- bereichsübergreifende Verantwortliche (z. B. Einkauf, Produktion, Controlling)
- regelmäßige Steuerungsgremien für Entscheidungen und Abstimmungen
- Fehlende Rollen und Strukturen zählen zu den größten Hürden, besonders bei der Datenerhebung und CSRD-Umsetzung .
Change Management & Akzeptanz
Nachhaltigkeit ist ein Transformationsprozess. Kommunikation, Schulungen und transparente Ziele helfen dabei, Mitarbeitende mitzunehmen und interne Akzeptanz aufzubauen. Nur wenn Teams verstehen, warum Daten wichtig sind und welchen Beitrag sie leisten, funktioniert die Umsetzung nachhaltig.
Schritt 5: Maßnahmen & Umsetzung planen
- Projektplanung & Roadmap: Eine Roadmap definiert die wichtigsten Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Ressourcen und Meilensteine. So wird aus der Strategie ein konkreter Umsetzungsplan.
- Integration in bestehende Prozesse: Maßnahmen sollten in bestehende Abläufe eingebettet werden, z. B. in Einkauf, Produktion, Controlling oder Produktentwicklung. Das schafft Effizienz und verhindert Insellösungen.
- Tools & Softwarelösungen (z. B. Tanso): Digitale Lösungen erleichtern Datenerhebung, Steuerung und Reporting. Tanso bietet dafür eine ganzheitliche Software für CO₂-Management, ESG Reporting und Lieferantenmanagement mit automatisierten Workflows und hoher Datenqualität.
Schritt 6: Monitoring & Reporting
KPI-Tracking & Datenqualität
Regelmäßiges Monitoring stellt sicher, dass gesetzte Ziele erreicht werden. Dafür braucht es verlässliche KPIs, saubere Daten und klare Verantwortlichkeiten. Gute Datenqualität ist entscheidend, insbesondere für CSRD- und ESG-Anforderungen.
Nachhaltigkeitsberichte (CSRD-kompatibel)
Unternehmen müssen ihre Fortschritte transparent und prüfungssicher dokumentieren. Die CSRD verlangt strukturierte Berichte, nachvollziehbare Methoden und belastbare Nachweise. Einheitliche Datenquellen und digitale Tools erleichtern den Prozess erheblich.
Feedback-Mechanismen & Steuerung
Ergebnisse sollten regelmäßig geprüft und mit relevanten Teams geteilt werden. Feedbackschleifen helfen, Maßnahmen anzupassen, Prioritäten zu überarbeiten und die Strategie kontinuierlich zu steuern.
Schritt 7: Strategie weiterentwickeln
Iteration & Lernen
Eine Nachhaltigkeitsstrategie ist kein statisches Dokument. Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, welche Maßnahmen wirken, wo es Hindernisse gibt und welche Bereiche nachgeschärft werden müssen.
Reaktion auf externe Änderungen (z. B. Gesetzeslage)
Regulatorik wie CSRD, ESRS oder die EU-Taxonomie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Unternehmen müssen flexibel bleiben und ihre Strategie an neue Vorgaben, Marktanforderungen oder Risiken anpassen.
Innovations- und Anpassungsfähigkeit
Neue Technologien, nachhaltige Materialien oder effizientere Prozesse bieten Chancen zur Verbesserung. Wer offen für Innovation ist und Anpassungen aktiv gestaltet, bleibt langfristig wettbewerbsfähig und reduziert Risiken frühzeitig.
Praxisbeispiele: Wie Unternehmen Nachhaltigkeit strategisch angehen
- Nexans autoelectric: Automobilzulieferer, der im Rahmen einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie den Einfluss von Materialien und Lieferketten auf die CO₂-Bilanz verstehen will. Mit Tanso werden >100.000 Einkaufsdatenpunkte automatisiert verarbeitet, Warengruppen analysiert und konkrete CO₂-Reduktionspotenziale identifiziert.
- Heroal: Metallverarbeiter, der mit Tanso eine digitale, skalierbare CO₂-Bilanzierung einführt. Ergebnis: ca. 50 % Zeitersparnis im zweiten Bilanzjahr und detaillierte Einblicke in die Verteilung der Emissionen auf Lieferanten-, Waren- und Materialgruppen.
Was lässt sich daraus für deine Nachhaltigkeitsstrategie ableiten?
- Klar validierte Klimaziele (z. B. SBTi) geben Richtung und Glaubwürdigkeit.
- Lieferkette & Scope 3 sind zentrale Hebel. Lieferanten müssen aktiv eingebunden werden.
- Digitale Tools wie Tanso erleichtern die Operationalisierung: von Datenerhebung über Hotspot-Analyse bis zu Reporting und Ableitung von Maßnahmen.
FAQ: Häufige Fragen zur Nachhaltigkeitsstrategie
Was ist eine Nachhaltigkeitsstrategie?
Eine Nachhaltigkeitsstrategie legt fest, wie ein Unternehmen ökologische, soziale und ökonomische Ziele systematisch verfolgt. Sie umfasst Analyse, Ziele, Maßnahmen, KPIs, Verantwortlichkeiten und Reporting. Entscheidend ist: Sie richtet die gesamte Organisation langfristig auf nachhaltiges Wirtschaften aus.
Welche Strategien gibt es?
Unternehmen nutzen meist eine Kombination aus drei Strategietypen:
- Effizienzstrategie: Ressourcenverbrauch reduzieren (z. B. Energie, Material, Abfall).
- Konsistenzstrategie: Nachhaltige Produkte, Materialien und Technologien einsetzen.
- Suffizienzstrategie: Prozesse grundlegend neu denken, um Emissionen und Auswirkungen zu minimieren.
In der Praxis fließen diese Ansätze oft gemeinsam in Roadmaps und Maßnahmenpakete ein.
Wie beginne ich als KMU?
KMU sollten pragmatisch starten, mit:
- Materialitätsanalyse: Welche Themen sind für mein Unternehmen wirklich relevant?
- Klaren Zielen & KPIs: z. B. Energieverbrauch, CO₂-Emissionen, Lieferkette.
- Ersten Maßnahmen: Fokus auf Quick Wins wie Energieeffizienz oder Datentransparenz.
- Digitalen Tools: Software wie Tanso erleichtert Datensammlung, Monitoring und CSRD-Pflichten speziell für die Industrie.
Wichtig: Kleine Schritte reichen, Hauptsache, sie sind strukturiert und wiederholbar.
Unterschied zu CSR?
CSR (Corporate Social Responsibility) fokussierte früher vor allem auf freiwilliges, oft reputationsgetriebenes Engagement.
Nachhaltigkeitsstrategien gehen deutlich weiter: Sie sind strategisch, messbar, regulatorisch erforderlich (z. B. CSRD) und fest in die Unternehmenssteuerung integriert.
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