ESG-Software vs. Berater: Wer sollte Ihr ESG-Betriebssystem sein?

Viele Unternehmen starten ESG mit einem Beratungsprojekt. Eine CO₂-Bilanz wird erstellt, eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt, ein Bericht geschrieben. Projekt abgeschlossen.
Ein Jahr später beginnt die Arbeit wieder von vorne.
Denn ESG ist kein Projekt – sondern ein Prozess, der jedes Jahr wiederkehrt. Und genau hier stellt sich eine entscheidende Frage: Soll ESG dauerhaft ein Beratungsprojekt bleiben – oder ein internes Betriebssystem werden?
Die Antwort liegt meist nicht in einem entweder-oder, sondern in einer klaren Rollenverteilung zwischen Beratung und Software.
ESG ist kein Projekt. ESG ist Betrieb.
Beratungsprojekte helfen vielen Unternehmen, Struktur in das Thema Nachhaltigkeit zu bringen – etwa bei der ersten CO₂-Bilanz, einer Doppelten Wesentlichkeitsanalyse oder der Vorbereitung auf CSRD.
Doch nach der ersten Analyse beginnt der eigentliche Teil der Arbeit. ESG-Daten müssen regelmäßig aktualisiert werden. Scope-3-Emissionen verändern sich, Kunden stellen neue Fragen und Auditoren verlangen zusätzliche Nachweise.
Was zunächst wie ein Projekt wirkt, entwickelt sich schnell zu einem operativen Dauerprozess. Und genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen Beratung und Software: Beratung liefert Orientierung. Software ermöglicht Wiederholbarkeit.
Beratung und Software erfüllen unterschiedliche Rollen
Nachhaltigkeitsberatung ist besonders stark, wenn es um strategische Fragen geht.
Zum Beispiel:
- Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie
- Durchführung einer Doppelten Wesentlichkeitsanalyse
- Identifikation von Dekarbonisierungspotenzialen
- Entwicklung von Transformationspfaden
- Unterstützung bei komplexen regulatorischen Fragen
Gerade bei wichtigen Meilensteinen der ESG-Reise bringen Berater enorme Erfahrung aus verschiedenen Branchen und Projekten mit. Viele Unternehmen arbeiten deshalb auch langfristig mit Nachhaltigkeitsberatern zusammen – allerdings mit einem anderen Fokus. Während Berater strategische Fragestellungen begleiten, übernimmt Software den operativen ESG-Regelbetrieb.
Vom Beratungsprojekt zur ESG-Infrastruktur
Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist Crespel & Deiters. Der europäische Hersteller von Weizenstärken und Weizenproteinen beschäftigte sich früh mit Nachhaltigkeitsdaten. Ein Energiemanagementsystem ermöglichte bereits eine präzise Erfassung von Scope-1- und Scope-2-Emissionen.
Die Herausforderung lag jedoch bei Scope 3. Die Datenerhebung entlang der Wertschöpfungskette erwies sich als deutlich komplexer. Um diese Herausforderung zu strukturieren, arbeitete das Unternehmen zunächst mit einer externen Beratungsfirma zusammen.
Diese Zusammenarbeit half dabei, die Scope-3-Datenerhebung zu strukturieren und eine Grundlage für die CO₂-Bilanzierung im Kontext der CSRD zu schaffen. Doch zentrale Herausforderungen blieben bestehen: manuelle Datenverarbeitung, komplexe Datensätze und eine aufwendige Validierung der Informationen entlang der Lieferkette.
Langfristig verfolgte Crespel & Deiters deshalb ein klares Ziel: Die ESG-Prozesse intern skalierbar zu machen.
Von acht Monaten Beratung zu zwei Monaten eigener Bilanz
Mit der Einführung von Tanso entstand eine zentrale Plattform für Carbon Accounting und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Der Effekt war messbar.
Jan-Oliver Hense, Head of Energy Management bei Crespel & Deiters, erklärt:
„Dank der Tanso-Software konnten wir die Bilanzierung von Scope 1 bis 3 eigenständig in nur zwei Monaten abschließen – eine Zeitersparnis von 75 % im Vergleich zu den acht Monaten mit externer Beratung.“
Der entscheidende Unterschied war nicht nur Geschwindigkeit. Es war Kontrolle über den Prozess. Das Unternehmen konnte die CO₂-Bilanzierung nun intern steuern und bei methodischen Fragestellungen oder regulatorischen Änderungen auf die Expertise des Tanso Expertenteams zurückgreifen.
Warum ESG-Software mit jedem Jahr effizienter wird
Beratung liefert Ergebnisse für einen bestimmten Zeitpunkt. Software baut eine Datenbasis auf, die jedes Jahr weiterverwendet werden kann.
- Ein CCF wird zur Grundlage für weitere Analysen, regulatorische Anforderungen oder Kundenanfragen.
- PCFs lassen sich aus vorhandenen Daten ableiten und für Ausschreibungen oder Kundenanfragen nutzen.
- ESG-Reporting kann auf einer zentralen Datenbasis aufsetzen, statt jedes Jahr neue Datensammlungen zu starten.
Mit jedem Reporting-Zyklus wächst damit die Datenbasis – und der Aufwand sinkt.
Ein weiterer Vorteil zeigt sich im Audit-Prozess. Strukturierte Datenerhebung, versionierte Emissionsfaktoren und nachvollziehbare Audit-Trails erleichtern die Arbeit von Wirtschaftsprüfern erheblich. Unternehmen profitieren dadurch nicht nur von mehr Transparenz, sondern sparen häufig auch Zeit und Kosten in der Prüfung.
Warum Berater selbst gern mit Software arbeiten
Ein interessanter Effekt zeigt sich in der Praxis: viele Nachhaltigkeitsberatungen arbeiten selbst gerne mit ESG-Software.
Warum? Weil strategische Analysen – etwa Hotspotanalysen, Dekarbonisierungsszenarien oder Benchmarking – nur so gut sind wie die zugrunde liegenden Daten.
Eine konsistente Datenbasis ermöglicht Beratern:
- fundiertere Analysen
- belastbare Szenarien
- schnellere Projekte
Gute ESG-Software erlaubt dabei auch den Zugriff für externe Partner, sodass Beratung und Unternehmen auf derselben Datenbasis arbeiten können. Nicht selten begleiten Beratungen sogar aktiv die Softwareauswahl, um sicherzustellen, dass Unternehmen eine langfristig tragfähige Lösung implementieren.
ESG-Software schafft die Grundlage für bessere Beratung
Software macht Beratung oft wertvoller – nicht überflüssig. Denn wenn ESG-Daten strukturiert und zentral verfügbar sind, können Beratungsprojekte viel stärker auf strategische Fragen fokussieren.
Statt Zeit mit Datensammlung und Reporting zu verbringen, können Berater sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: strategische Transformation begleiten.
Eine strukturierte Datenbasis schafft die notwendige Grundlage, um fundierter beispielsweise die folgenden Themen anzugehen:
- Entwicklung einer Dekarbonisierungsstrategie
- Durchführung von Hotspotanalysen
- Aktualisierung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse
- Nachschärfung der Nachhaltigkeitsstrategie
- Optimierung einzelner ESG-Handlungsfelder
Unternehmen können diese Fragestellungen entweder intern bearbeiten, wenn entsprechendes ESG-Know-how vorhanden ist, oder gezielt Berater hinzuziehen, um zusätzliche Perspektiven einzubringen.
Fazit: Software für den Betrieb. Beratung für die entscheidenden Momente.
Die meisten Unternehmen beginnen ihre ESG-Transformation mit externer Unterstützung - und das ist sinnvoll. Doch langfristig entscheidet nicht der erste Bericht über den Erfolg einer Nachhaltigkeitsstrategie, sondern die Fähigkeit, ESG dauerhaft zu betreiben.
In der Praxis entsteht deshalb häufig ein Modell mit klarer Rollenverteilung: ESG-Software übernimmt den operativen Regelbetrieb. Nachhaltigkeitsberatung begleitet strategische Meilensteine.
Oder etwas zugespitzter formuliert: Software betreibt ESG. Beratung macht ESG besser.























































.avif)







.jpg)
.jpg)





















-p-800.webp.avif)
-min-p-800.webp.avif)






-p-800.webp.avif)

