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PCF
May 22, 2026
5 min
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Von ISO 14067 zu Catena-X PCFs: Den Übergang erfolgreich meistern

Zwei Nachhaltigkeitsmanager die eine Visite machen

Dieser Artikel richtet sich an Unternehmen, die bereits Product Carbon Footprints nach ISO 14067 berechnen und verstehen möchten, was der Schritt zu Catena-X-Konformität konkret bedeutet. Falls Sie noch ganz am Anfang stehen, empfehlen wir zunächst unseren Einführungsartikel zu Catena-X.

Wer bereits nach ISO 14067 PCFs berechnet, hat die methodische Grundlage. Das Catena-X PCF Rulebook baut auf ISO auf und ergänzt es dort, wo ISO Interpretationsspielraum lässt. In der Praxis bedeutet das aber nicht, dass der bisherige Prozess unverändert übernommen werden kann. Einige methodische Anforderungen sind konkreter, andere kommen neu hinzu und der digitale Datenaustausch im Catena-X Ökosystem ist eine vollständig neue Dimension.

Dieser Artikel zeigt, wie der Übergang strukturiert angegangen werden kann und worauf es methodisch ankommt.

Die Catena-X Rulebook Übergangsphase: Was bis Ende 2027 gilt und warum Vorbereitung jetzt wichtig ist

Das Catena-X PCF Rulebook v4 hat die Übergangsphase für die Umsetzung bis Ende 2027 verlängert, um insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen die Umstellung zu erleichtern. Das bedeutet: Nicht alle Anforderungen sind sofort verpflichtend. Spezifisch betrifft das vor allem den Primary Data Share (PDS) und das Data Quality Rating (DQR), die erst nach der Übergangsphase verpflichtend im Datenaustausch ausgewiesen werden müssen. Heute sind sie noch freiwillig.

Was jedoch schon jetzt verpflichtend ist: die korrekte Systemgrenze, die Cut-off-Dokumentation, die Berechnungsregeln für Strom und Recycling sowie die Grundstruktur des Datenaustauschs.

Der häufige Fehler ist, die "freiwilligen" Anforderungen auf 2027 zu verschieben. PDS und DQR setzen jedoch voraus, dass Primärdaten systematisch erfasst und Datenqualität strukturiert bewertet wird. Das ist kein einmaliger Aufwand, sondern eine Dateninfrastruktur, die aufgebaut werden muss. Wer erst damit 2027 anfängt, hat kaum Puffer dies korrekt umzusetzen. Hinzu kommt: OEMs wie BMW haben Catena-X bereits in ihren Einkaufsprozess integriert. Die Anforderungen aus dem Markt erlauben keinen Zeitverlust.

In vier Schritten zur Catena-X-Readiness

Schritt 1 & 2: Die organisatorische Basis

Verantwortung klären und Bestandsaufnahme starten

Der erste Schritt ist intern: Wie wurden PCFs bisher berechnet? Wer ist für die PCF-Berechnung zuständig, und hat diese Person Zugang zu den relevanten Informationen entlang der Lieferkette?

PCF-Berechnungen nach Catena-X Rulebook erfordern mehr als die eigene Produktion, denn Lieferantendaten, Transportdaten und Energienachweise müssen zuverlässig fließen. Gleichzeitig sind in vielen Unternehmen Daten und Verantwortungen verteilt über Einkauf, Produktion und Logistik.

Eine strukturierte Bestandsaufnahme klärt, welche PCFs bereits existieren, nach welcher Methodik sie erstellt wurden und welche Dokumente vorliegen oder fehlen. Dieser Schritt muss nicht aufwändig sein, aber er schafft die Grundlage für alles Weitere.

Methodik und Systemgrenze schriftlich dokumentieren

Auch ISO 14067 verlangt transparente Dokumentation, aber das Catena-X Rulebook macht die Nachvollziehbarkeit zur expliziten Voraussetzung für den Datenaustausch. Das bedeutet: Die Systemgrenze muss schriftlich definiert und begründet sein. Die Screening-Analyse, die zeigt dass 97 % des PCF abgedeckt sind, muss dokumentiert und auditierbar vorliegen. Allokationsentscheidungen müssen begründet sein.

Viele Unternehmen, die ISO-konform rechnen, haben diese Dokumentation implizit im Kopf, über Dokumente verteilt oder in einer Tabellenkalkulation, aber häufig nicht als nachvollziehbaren, anpassbaren Prozess. Der Aufbau einer klaren Dokumentationsstruktur ist die Vorarbeit für alle weiteren Schritte.

Schritt 3 & 4: Die methodisch-technische Prüfung

Bestehende Berechnungen gegen die Rulebook-Anforderungen abgleichen

Der effizienteste Einstieg sind bereits vorhandene PCFs: Sie zeigen direkt, welche Systemgrenze definiert wurde, welche Cut-off Entscheidungen getroffen wurden und auf welchen Emissionsfaktoren die Berechnung basiert. Wer bereits ISO-konform rechnet, muss nicht alles neu aufsetzen, sondern kann gezielt nur die Punkte prüfen, an denen das Catena-X Rulebook konkreter ist als ISO 14067. Die Tabelle am Ende dieses Artikels gibt dafür die Struktur.

Datenstrategie für PDS und DQR entwickeln

Dieser Schritt bereitet auf die Anforderungen nach 2027 vor. Der Primary Data Share gibt an, welcher Anteil des PCF auf eigenen Primärdaten basiert. Der Wert wird gewichtet nach dem absoluten Beitrag jedes Datenpunkts zum PCF berechnet. Das Data Quality Rating bewertet Datensätze nach technischer, zeitlicher und geografischer Repräsentativität auf einer Skala von 1 bis 5.

Praktisch bedeutet das, dass Sie analysieren müssen: Wie groß ist Ihr Anteil an Primärdaten bereits? Wo kommen sekundäre Emissionsfaktoren her? Wie alt sind sie? Stammen sie aus länderspezifischen oder globalen Durchschnittswerten? Und vor allem: Für welche Prozesse liegen eigene Messdaten vor, und wo wird auf Sekundärdaten zurückgegriffen?

Wie Software beim Übergang unterstützt

Der richtige Softwareanbieter unterstützt Sie gezielt bei der Umsetzung dieser Schritte, insbesondere beim Abgleich und der Analyse. So müssen Sie nicht bei Null anfangen, sondern können schnell existierende PCF-Berechnungen anpassen und für den Catena-X Datenaustausch vorbereiten.

In Tanso sind

  • Systemgrenzen klar definiert
  • Verpackungsemissionen korrekt ausgewiesen
  • Datenqualitätsbewertungen fest integriert
  • Cut-off Regeln in der Software abgebildet
  • Emissionsfaktoren aus verlässlichen Datenbanken transparent dokumentiert
  • Informationen für PDS und DQR in Emissionsfaktoren hinterlegt

Bereits jetzt können Sie daher durch nur wenige Klicks den Großteil der Catena-X Anforderungen direkt in der Software umsetzen. Einfache Duplikation berechneter PCFs und durchgehende Versionierung stellen dabei sicher, dass Sie die Anpassungen nicht nur schnell, sondern auch nachvollziehbar umsetzen können. Unsere Experten können Sie zusätzlich unterstützen, aktuelle Lücken zu identifizieren und zu verbessern.

So können Sie den Übergang von ISO14067 zu Catena-X Rulebook ohne großen Aufwand meistern.

Die Checkliste: Was jetzt, was bis Ende 2027?

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten methodischen Anforderungen wenn Sie PCFs nach Catena-X Rulebook berechnen möchten, geordnet nach Handlungszeitpunkt.

Thema Was ISO 14067 fordert Was Catena-X Rulebook V4.0 fordert Handlungsbedarf Zeitpunkt
Systemgrenze Systemgrenze muss klar und dem Ziel entsprechend festgelegt sein, in der Regel Cradle-to-Gate oder Cradle-to-Grave. Cradle-to-Gate verpflichtend festgelegt. Cradle-to-Gate Systemgrenze sicherstellen und ggf. PCFs mit anderen Systemgrenzen (z.B. Cradle-to-Grave) anpassen. Jetzt
Cut-off & Screening Cut-off Kriterien müssen definiert sein, aber kein % Schwellenwert. Keine Pflicht zur Screening Analyse. Max. 3 % der Gesamt-PCF-Emissionen dürfen ausgeschlossen werden. Dokumentierte Screening-Analyse erforderlich, jährlich zu aktualisieren. Screening-Analyse aufsetzen und dokumentieren. Bestehende Cut-off-Entscheidungen prüfen. Jetzt
Recycling Verschiedene Ansätze zulässig. Cut-off-Ansatz verpflichtend, d.h. Sekundärmaterialien gehen lastenfrei ein und keine Gutschriften für bereitgestelltes Recyclingmaterial. Prüfen, ob in vorherigen PCF-Berechnungen andere Ansätze wie Avoided-Burden genutzt wurden und auf Cut-off umstellen. Jetzt
Biogener Kohlenstoff Biogene Emissionen müssen berücksichtigt werden aber separate Ausweisung inkl. und exkl. Aufnahme nicht verpflichtend. Beide Werte verpflichtend: PCF inkl. biogener CO₂-Aufnahme und exkl. biogener CO₂-Aufnahme. Prüfen, ob biogene Emissionen relevant sind, bisher beide Werte berechnet und ausgewiesen wurden und wenn notwendig nachberechnen. Jetzt
Zeitliche Gültigkeit Keine verpflichtende jährliche Überprüfung oder festgelegte Gültigkeit im Standard. Jährlicher Aktualitätscheck erforderlich. Vollständige Neuberechnung bei >10 % Anstieg oder strukturellen Änderungen. Jährlichen Review-Prozess einrichten und dokumentieren, bisherige PCFs auf Aktualität prüfen und wo notwendig größere Neuberechnungen einplanen. Jetzt
Aktualität eigener Aktivitätsdaten Aktivitätsdaten müssen zeitlich repräsentativ und der Zeitraum klar spezifiziert sein, aber keine Verpflichtung zum Vorjahr. Aktivitätsdaten aus eigenen Prozessen sollten aus dem Vorjahr stammen. Nach der Transition Period verpflichtend. Prozess für Datensammlung einrichten und Aktualität der Aktivitätsdaten in bisherigen PCFs überprüfen. Vorbereiten (Pflicht ab Ende 2027)
Primary Data Share (PDS) Keine verpflichtende Angabe. Anteil des PCF aus Primärdaten, absolut gewichtet. Verpflichtende Angabe nach Transition Period. Systematik zur Primärdatenerfassung aufbauen und Primärdatenanteile in bisherigen PCFs prüfen und wo notwendig nachpflegen. Vorbereiten (Pflicht ab Ende 2027)
Data Quality Rating (DQR) Datenqualität muss evaluiert werden, aber keine spezifischen Vorgaben zu Skala oder Format. Dreistufige Bewertung nach technischer, zeitlicher und geografischer Repräsentativität (Skala 1–5). Verpflichtende Angabe nach Transition Period. Datenqualität bisheriger PCFs überprüfen und wo notwendig nachpflegen. Vorbereiten (Pflicht ab Ende 2027)
Austauschformat Kein digitales Austauschformat oder Datenmodelle festgelegt. PCF-Daten müssen im standardisierten CX-Datenmodell vorliegen und über den Catena-X Datenraum austauschbar sein. Software- und Systemanforderungen klären. Onboarding bei Cofinity-X und Data Exchange Provider planen. Planen

Fazit

Der Übergang von ISO 14067 zu Catena-X ist kein Neustart, aber er erfordert mehr als eine methodische Anpassung. Dokumentation, Datenstruktur und ein klarer interner Prozess sind genauso entscheidend wie die Berechnungsregeln selbst. Wer jetzt mit der Bestandsaufnahme beginnt und die Datenstrategie früh anlegt, schafft sich den Spielraum, den die Übergangsphase bietet ohne unter Zeitdruck zu geraten.

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