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Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)

Das Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung, im Englischen Extended Producer Responsibility und daher meist mit EPR abgekürzt, wurde 1990 von Thomas Lindhqvist in einem Bericht an das schwedische Umweltministerium erstmals formuliert. Er definierte es als Umweltschutzstrategie, bei der die Verantwortung des Herstellers für ein Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg ausgedehnt wird, insbesondere auf Rücknahme, Recycling und Endentsorgung. Die OECD greift diese Definition auf und beschreibt EPR als umweltpolitischen Ansatz, bei dem die physische und/oder finanzielle Verantwortung eines Herstellers auf die Phase nach dem Verkauf beziehungsweise der Nutzung des Produkts ausgeweitet wird.

In der praktischen Umsetzung erfüllen Hersteller ihre EPR-Pflichten meist über sogenannte Herstellerverantwortungsorganisationen (Producer Responsibility Organisations), die die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Produkten kollektiv finanzieren. Die dafür erhobenen Gebühren werden zunehmend ökomoduliert gestaltet, das heißt, sie fallen für schlecht recycelbare oder umweltschädlichere Produkte höher aus, um Anreize für ein umweltfreundlicheres Produktdesign zu schaffen.

In der EU ist das EPR-Prinzip in mehreren sektoralen Regelwerken verankert, darunter die Verpackungsgesetzgebung, die inzwischen in der PPWR aufgegangen ist, die Regelungen zu Altfahrzeugen, die Vorgaben zu Elektro- und Elektronikaltgeräten (WEEE) sowie die EU-Batterieverordnung (BattVO) für Batterien. Zunehmend wird das Prinzip auch auf weitere Produktgruppen wie Textilien ausgeweitet.

Für Unternehmen, die von EPR-Regelungen erfasste Produkte in Verkehr bringen, bedeutet dies in der Regel eine Registrierungspflicht bei nationalen Herstellerregistern, die Zahlung entsprechender Gebühren sowie regelmäßige Meldungen der in Verkehr gebrachten Mengen. Da die Gebührenhöhe zunehmend an die Recyclingfähigkeit und Umweltverträglichkeit der Produkte gekoppelt ist, wirkt EPR unmittelbar auf Produktdesign-Entscheidungen zurück und wird damit zu einem festen Bestandteil unternehmerischer Nachhaltigkeitsüberlegungen.

Quelle:

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