Streamlined Energy and Carbon Reporting (SECR)
SECR wurde 2019 im Vereinigten Königreich eingeführt und gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. April 2019 beginnen. Berichtspflichtig sind börsennotierte Unternehmen unabhängig von ihrer Größe sowie große nicht börsennotierte Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften (LLPs), die mindestens zwei der drei nach britischem Gesellschaftsrecht maßgeblichen Schwellenwerte für Mitarbeiterzahl, Umsatz oder Bilanzsumme überschreiten. Kleinere Unternehmen sowie Unternehmen mit einem sehr geringen Energieverbrauch unterhalb festgelegter Bagatellgrenzen sind von der Berichtspflicht ausgenommen.
Die Offenlegung erfolgt im Lagebericht (Directors’ Report) der Jahresabschlüsse beziehungsweise in einem gleichwertigen Energie- und Emissionsbericht für Personengesellschaften. Berichtet werden müssen der weltweite Energieverbrauch, die zugehörigen Treibhausgasemissionen (insbesondere aus Strom-, Gas- und Kraftstoffverbrauch), mindestens eine Emissionsintensitätskennzahl zur Einordnung der Werte, ein Vergleich zum Vorjahr sowie eine Beschreibung der im Berichtsjahr umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen und der verwendeten Berechnungsmethodik.
SECR ergänzt weitere britische Instrumente wie das Energy Savings Opportunity Scheme (ESOS) und ist als eigenständiges, national ausgestaltetes Regelwerk zu verstehen, das nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU parallel zu europäischen Berichtspflichten wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) besteht, ohne mit dieser deckungsgleich zu sein.
Für Unternehmen mit Geschäftstätigkeit oder Tochtergesellschaften im Vereinigten Königreich ist SECR eine eigenständig zu prüfende Berichtspflicht, die unabhängig von etwaigen EU-Vorgaben eingehalten werden muss. Internationale Konzerne mit britischen Standorten stehen damit häufig vor der Aufgabe, Daten nach mehreren, teils unterschiedlich ausgestalteten Berichtsrahmen parallel zu erheben und aufzubereiten.