Systemische Risiken sind Bedrohungen, die das Funktionieren und die Stabilität ganzer Systeme gefährden können, anstatt nur isolierte Elemente oder Akteure zu betreffen. Sie entstehen häufig durch komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Komponenten eines Systems, bei denen ein Ereignis an einer Stelle Kaskadeneffekte auslösen kann, die sich auf das gesamte System auswirken. Ein typisches Merkmal dieser Risiken sind Kipppunkte, die irreversible Übergänge in einen neuen Systemzustand anzeigen, beispielsweise Finanzkrisen oder klimatische Veränderungen. Die globalen Herausforderungen wie der Klimawandel, Pandemien oder Cyberangriffe verdeutlichen die weitreichenden Folgen systemischer Risiken, die geografische und sektorale Grenzen überschreiten. Sie manifestieren sich in unverhofften Dominoeffekten, bei denen das Versagen eines einzelnen Elements zu weitreichenden Störungen in anderen Bereichen führt. Die Identifikation und das Management dieser Risiken sind besonders herausfordernd, da sie oft von einer Verzögerung in der Wahrnehmung begleitet sind, was wirksame präventive Maßnahmen erschwert. Klassische Risikomanagementansätze reichen nicht aus; stattdessen sind umfassende, sektorübergreifende Strategien sowie internationale Kooperationen erforderlich, um die Resilienz der Systeme zu stärken. Der regulatorische Kontext, wie etwa der Digital Services Act (DSA) der EU, zeigt, dass auch in digitalen Bereichen Schritte unternommen werden, um systemische Risiken zu identifizieren und zu minimieren. Systemische Risiken sind demnach eine zentrale Herausforderung für die Stabilität und Widerstandsfähigkeit moderner Gesellschaften, die innovative Lösungen im Risikomanagement und eine verstärkte internationale Zusammenarbeit erfordern.